MedAT-Testergebnisse und der Start ins Medizinstudium

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MedAT-Testtag & Testablauf

 

Benedikts Weg zum Medizinstudium - 7

 

Nach dem Test heißt es erst mal einige Wochen auf das Ergebnis warten. Während dieser Zeit wussten ich und alle anderen TestteilnehmerInnen noch nicht, ob wir den Test erfolgreich geschafft hatten. Mit jedem verstrichenen Tag wurden die Zweifel größer. Ich konnte absolut nicht einschätzen, ob meine Vorbereitung auf den Test ausreichend war. Als endlich die Ergebnisse der MedUni Graz und MedUni Wien auf deren Webauftritt online gestellt wurden, erreichte die Anspannung ihren Höhepunkt. Zuerst suchte ich meine Testnummer unter den vielen TeilnehmerInnen. Glücklicherweise war diese rasch gefunden - ich war unter den besten 360 in Graz & hatte es somit geschafft! Wenn man sich unter den Glücklichen befindet, ist die Euphorie riesig und wie man es im ersten Moment auch erwartet, wird das Ergebnis gefeiert. Doch rasch fragt man sich, wie es denn nun jetzt weitergeht und was man noch alles erledigen sollte, bevor man zu studieren beginnen kann. In diesem Artikel möchte ich die wichtigsten Punkte auflisten, welche unbedingt nach erfolgreicher Aufnahme beachtet werden sollten. Ich möchte davor noch hinweisen, dass ich über meine eigenen Erfahrungen berichte, die sich auf Graz beziehen. Die nachfolgenden Hinweise können deshalb von Universität zu Universität variieren (Infos über die MedAT- Ergebnisse).

 

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Ergebnisse bekommt ihr, falls ihr aufgenommen werdet, eine E-Mail, mit den nötigen Informationen zur Inskription. Ihr müsst euch online in einem eigenen Portal einen Termin suchen und am gewählten Tag in der beschriebenen Abteilung des Universitätssekretariats erscheinen. Für diese Terminvergabe müsst ihr zuvor ein paar Dokumente online bereitstellen und Formulare ausfüllen; das wird alles ganz genau erklärt. Ich würde euch für eure Inskription empfehlen, ehestmöglich einen Termin zu vereinbaren, den ihr auch wahrnehmen könnt. Die Anzahl der Plätze ist leider beschränkt.

 

Bei der Inskription selbst erhält man neben seinem Studentenausweis sehr viele Informationen zum Studium, insbesondere zum Beginn. Das Studium beginnt im Oktober mit der Vorklinik. Für alle, die hier einen sofortigen Start in die Anatomie inklusive Sezierkurs erwarten, gibt es eine Überraschung. In der ersten Woche finden ausschließlich Informationsveranstaltungen statt - man wird über den gesamten Verlauf des Studiums inklusive anschließender Berufswahl - die im Übrigen sehr viel größer ist, als „einfach nur“ Arzt sein – informiert. Danach bekommt man in Graz die Möglichkeit, in den Stationsalltag des Krankenhauses zu blicken. Nebenbei starten die Vorlesungen, welche für die nächsten Jahre die Terminkalender füllen werden.

 

Am Tage der Inskription wird ebenfalls von der Funktionsweise des MEDonline berichtet und insbesondere auch, welche Aufgaben in den nächsten Wochen noch zu erfüllen sind. Vor Ort erwähnte ich, dass ich mich gerne für ein Jahr beurlauben lassen wollte, um meinen Zivildienst leisten zu können. Das alles lief zum Glück ohne Probleme ab. Während meines Zivildienstes freute ich mich schon sehr auf das Studium und konnte es kaum noch erwarten. Mehr als ein Jahr nach dem Aufnahmetest war es für mich endlich soweit. Die erste Hürde vor dem Umzug war, eine passende Wohnung zu finden. Dies war relativ schwierig, da die besten Wohnungen aufgrund des großen Medizinandranges schon sehr schnell vergeben waren.

 

Um zu Beginn des Studiums nicht ohne Dach über dem Kopf dazustehen, empfehle ich euch rechtzeitig nach einer passenden Unterkunft umzusehen. Da sich jede Person einen „Notfallplan“ zurechtlegen sollte falls der Test schief geht, werdet ihr ohnedies eine Wohnung oder einen Studentenheimplatz benötigen. Ich selbst habe etwa ein halbes Jahr vor dem Studium angefangen, intensiv nach Wohnungen zu suchen. Rasch musste ich mich wieder einbremsen, da die meisten Wohnungen bereits ein Monat später vermietet wurden und die VermieterInnen nicht bis September oder August auf mich warten wollten. Hier ist mein Tipp: beginnt ab Anfang Juli nach Wohnungen zu suchen. Es kann durchaus sein, dass ihr die Wohnung bereits ein bis zwei Monate im Voraus anmieten müsst, falls ihr sie nicht an jemand anderen verlieren wollt. Ihr habt dann auch genügend Zeit, euch die Wohnung gemütlich einzurichten und euch in Graz zurecht zu finden. Eine andere Möglichkeit stellen Studentenheime dar. Ich selbst habe nie in einem gewohnt, kann jedoch von Freunden fast ausschließlich tolle Geschichten berichten. Hier habt ihr definitiv den Vorteil, mit anderen Studierenden zusammenzuleben und schließt mit Sicherheit schnell neue Freundschaften. Des Weiteren veranstalten die Heime sehr viele Heimfeste, an denen auch oft externe Studierende teilnehmen. Man ist inmitten des Geschehens.

 

Der erste Tag an der Uni war dann wie erwartet sehr aufregend. Überall sah man neue Gesichter, lernte Menschen kennen mit denen man seine nächsten Jahre verbringen werden würde und man durfte sich in ein neues Umfeld einleben. In der ersten Woche hatten wir eine Einführungswoche, in der wir mit organisatorischen Informationen überhäuft wurden. Zudem gab es erste Infos zum Stationspraktikum. Hierbei handelt sich um die verpflichtende Möglichkeit, den Stationsalltag im Krankenhaus eine Woche lang genauer anzusehen. Innerhalb dieser fünf Tage, die wir im Krankenhaus verbrachten, erhielten wir einen Einblick „hinter die Kulissen“. Wir durften den Schwestern & Brüdern zusehen und uns, als Teil unserer Aufgaben, mit PatientInnen unterhalten. Im Anschluss des Praktikums galt es eine umfangreiche Beschreibung unserer Erfahrungen zu verfassen, welche benotet wurde.

 

Nachdem wir dank des Stationspraktikums einen sehr angenehmen Start in unser Studium erhielten, ging es dann mit dem ersten Pflichtmodul so richtig los: Zelle und Gewebe. In den Vorlesungen wird der Stoff von ProfessorInnen vorgetragen und in Pflichttracks in Kleingruppen vertieft oder praktisch angewandt. Inbegriffen war das Mikroskopieren, bei dem wir Zellen und Gewebe, welche man in den Vorlesungen kennenlernt, unter dem Mikroskop untersuchen durften.... mit anschließender Prüfung.

 

Während des ersten Moduls starteten bei mir noch andere Tracks, die Famulaturlizenz & das Knochenkolloquium. Bei ersterem werden den Studierenden jene grundlegenden Fertigkeiten beigebracht, welche sie später für die Famulatur in den Krankenhäusern benötigen werden. Dieser Track ist meiner Ansicht nach eine sehr schöne Abwechslung zum Unialltag, da man Untersuchungstechniken beigebracht bekommt und sich auch mit der Funktionsweise des Körpers erstmals im Studium beschäftigt. Beim Knochenkolloquium erfährt man, welche Knochen unseren Körper zusammenhalten. 

 

Ich fand das erste Modul sehr interessant, obwohl es vielfach nur eine Wiederholung und Vertiefung des Oberstufenwissens ist - sehr viel Wissen hatte ich mir ja schon bei der Vorbereitung für den BMS aneignen können. Umso mehr freue ich mich jetzt auf die Module der Anatomie, welche im zweiten Semester beginnen werden.

 

Wie immer freue ich mich auf Kommentare,

Benedikt.

 

In meinem nächsten Blogeintrag möchte wieder auf die Vorbereitung für den Test eingehen: 

Kognitive Fähigkeiten im MedAT üben und verbessern

 

 

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Julia Kolndorffer (Montag, 15 Februar 2016 18:58)

    Hallo benedikt (:
    Wollte fragen ob du eventuell noch Lernunterlagen hast? (:

  • #2

    Carlotta (Donnerstag, 18 Februar 2016 13:44)

    Ein sehr hilfreicher Eintrag, danke!
    Du schreibst, dass du dich erst ein Jahr beurlauben lassen musstest. Geht das nur unter bestimmten Bedingungen? Ich studiere im Moment Psychologie in Erfurt (DE). Dieses Jahr möchte ich den MedAT machen, aber am liebsten erst mit dem Medizinstudium anfangen, wenn ich mit dem Bachelor hier fertig bin, also in 2,5 Jahren. Ist das überhaupt möglich ?
    liebe Grüße.

  • #3

    Benedikt (Donnerstag, 18 Februar 2016 15:20)

    Hallo liebe Carlotta,

    danke, informative und sinnvolle Blogeinträge schreiben kann manchmal ganz schön viel Arbeit sein :)
    Wenn du dich dich bewirbst und den Test erfolgreich bestehst, dann kannst du dich aus verschiedenen Gründen beurlauben lassen. Eine Beurlaubung kann z.B. an der MedUni Wien pro Anlassfall in der Regel nur für maximal zwei Semester erfolgen (gibt hier auch Ausnahmen). Das Verfahren läuft aber auf jeder Uni ein wenig anders ab, hier findest du jedenfalls die Gründe für eine mögliche Beurlaubung an der MedUni Wien:
    https://www.meduniwien.ac.at/homepage/content/studium-lehre/zulassung-administratives/studienbeitrag/beurlaubung/

    Liebe Grüße,
    Benedikt

  • #4

    Lisa (Donnerstag, 09 März 2017 16:14)

    Hallo Benedikt!

    Ich habe eine Frage zur Inskription. Sollte ich heuer unter den Glücklichen sein, die den Aufnahmetest bestehen, wollte ich wissen ob eine andere Person die Inskription für mich durchführen und mich zum Medizinstudium einschreiben kann. Ich bin nämlich genau zur Inskriptionszeit für eine Fortbildung im Ausland und komme erst Mitte September wieder retour...

    Vielen Dank für Deine Auskunft!:)

    LG Lisa

  • #5

    Rümeysa (Dienstag, 14 März 2017 22:58)

    Hallo Benedikt,
    wie immer bist du eine große Hilfe für uns! :) Ich wollte dich fragen, was genau diese Unterlagen waren, denn vermutlich fahre ich dieses Jahr ins Ausland und wenn ich dann aufgenommen worden bin, würde ich diese gleich dann im Ausland einfach hochladen. Übrigens, wann erscheinen die Bücher für 2017?
    Danke im Voraus.
    LG
    Rümeysa

  • #6

    med-breaker (Mittwoch, 15 März 2017 02:00)

    Hallo liebe Lisa,

    das kann von Universität zu Universität ganz unterschiedlich ablaufen. Am besten erkundigst du dich bei der zuständigen Zulassungsbehörde, ob es auch andere Möglichkeiten gibt. In Graz konnte man sich innerhalb eines mehrwöchigen Zeitfensters einen Termin ausmachen. Bei mir waren Termine zwischen dem 26. August 2013 und 13. September 2013 möglich... vielleicht geht es sich bei dir noch aus, dass du zum Inskriptionsdatum wieder zurück bist :)

    Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Vorbereitung auf den MedAT,
    das Med-Breaker, BMS-Breaker, Test-Breaker und Mini-Breaker Team


    ------


    Hallo liebe Rümeysa,

    herzlichen Dank für das Lob :) Wir arbeiten auch schon brav an unserer Neuauflage, diese wird hoffentlich gegen Ende dieses Monats erscheinen. 2013 handelte es sich bei den notwendigen Inskriptionsdaten übrigens um:
    - Reisepass oder Personalausweis oder Staatsbürgerschaftsnachweis und Führerschein
    - Nachweis der Universitätsreife durch ein Reifeprüfungs-, Berufsreifeprüfungs- oder Studienberechtigungszeugnis (Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife) sowie das Abschlusszeugnis
    - bei Übertritt von einer anderen österreichischen Universität: Abgangsbescheinigung (nur erforderlich wenn Sie bereits für die selbe Studienrichtung an einer anderen österreichischen Universität gemeldet waren)

    Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Vorbereitung auf den MedAT,
    das Med-Breaker, BMS-Breaker, Test-Breaker und Mini-Breaker Team

  • #7

    Talia (Samstag, 10 Juni 2017 09:15)

    Guten Tag,

    vielleicht könnten Sie mir irgendwelche Information über meine Frage geben :) Falls man aus n-EU kommt und in Deutschland Studienkolleg gemacht hat, muss man einen Studienplatz in Deutschland nachweisen?

    Vielen Dank im Voraus!

  • #8

    med-breaker (Samstag, 10 Juni 2017 16:22)

    Hallo Talia,
    wichtig ist, wo man sein Abitur gemacht hat und welche Staatsbürgerschaften man hat - hier kannst du deine Quote finden: https://www.i-med.ac.at/studium/zulassung/auswahl/docs/Pruefliste-Quoten-2016_FINAL.pdf

    Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Vorbereitung auf den MedAT,
    das Med-Breaker, BMS-Breaker, Test-Breaker, Mini-Breaker & el MedATo Team