Medizinstudienplätze beim MedAT in Österreich:  Anzahl, Entwicklung und Prognose

Medizinstudienplätze beim MedAT in Österreich: Anzahl, Entwicklung und Prognose

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Der Medizinische Aufnahmetest (MedAT), so wie wir ihn heute kennen, findet bereits seit 2013 statt. Damals wurden an den öffentlichen österreichischen medizinischen Universitäten insgesamt 1.500 Medizinstudienplätze vergeben. Bis 2026 hat sich diese Zahl auf 1.950 erhöht. Laut Prognosen werden die Medizinstudienplätze in Österreich bis 2028 weiter auf 2.000 Plätze erhöht.

Entwicklung der Medizinstudienplätze (MedAT-Plätze) in Österreich von 2013 bis 2028

Da der Andrang zum Medizinstudium an österreichischen öffentlichen Universitäten, die das Medizinstudium anbieten, nahezu ungebremst ist, wurden die Medizinstudienplätze über die letzten zehn Jahre hinweg stetig erhöht. Etwa alle zwei Jahre wurden die beim MedAT vergebenen Plätze um mindestens 50 und bis zu 110 (2021 auf 2022) erhöht.

Entwicklung der Medizinstudienplätze (MedAT-Plätze) in Österreich für Humanmedizin 2013 vs. 2026

Seit dem ersten medizinischen Aufnahmetest 2013 sind die MedAT-Studienplätze für Humanmedizin in Österreich regelmäßig gestiegen. Während es 2013 insgesamt 1.356 Plätze gab, werden 2026 1.950 zur Verfügung stehen. 2028 wird vorerst das Maximum an Studienplätzen mit insgesamt 2.000 Plätzen erreicht sein. Besonders die JKU Linz hat seit der Einführung ihrer medizinischen Fakultät 2014 einen deutlichen Zuwachs erlebt, von 0 auf 330 Plätze.

Entwicklung der Medizinstudienplätze (MedAT-Plätze) in Österreich für Zahnmedizin 2013 vs. 2026

Für Zahnmedizin gibt es in Wien, Innsbruck und Graz seit Einführung des Medizin-Aufnahmetests 2013 an allen Standorten in Österreich die gleiche Anzahl an Studienplätzen, jedoch keine an der medizinischen Fakultät der JKU Linz. Die Zahnmedizinstudierendenplätze sind seit 2013 also völlig unverändert geblieben.

Mehr Studienplätze im Laufe der Jahre?

Prognosen: Erhöhung der Medizinstudienplätze (MedAT-Plätze) in Österreich bis 2028

In der folgenden Grafik siehst du die Studienplätze bis 2026 sowie Prognosen der nächsten Jahre. Laut der Mitteilungsblätter zur Weiterentwicklung der MedUnis in Österreich, werden sich die Medizinstudienplätze in Österreich bis 2028 weiter erhöhen. Die genauen Zahlen dazu werden allerdings erst veröffentlicht. Erfahrungsgemäß rechnen wir mit insgesamt 2.000 Studienplätzen.

Wie erfolgt die Vergabe von Medizinstudienplätzen in Österreich

Die Vergabe der Studienplätze für Human- und Zahnmedizin in Österreich erfolgt anhand der MedAT-Ergebnisse. Die Bewerber:innen werden entsprechend ihrer erreichten Punktzahl gereiht, wobei die besten innerhalb ihrer Quote einen Platz erhalten.

Da die Anzahl der Studienplätze begrenzt ist und jährlich mehr Bewerber:innen antreten, variiert die notwendige Mindestpunktzahl jedes Jahr. Eine fixe Bestehensgrenze gibt es nicht – sie hängt von den Testergebnissen aller Teilnehmenden ab. Die Bestehensgrenzen der vergangenen Jahre nach Standort kannst du jedenfalls hier einsehen.

Die Ergebnisse werden in der Regel Anfang August bekannt gegeben und sind online über das Bewerbungsportal der jeweiligen medizinischen Universität abrufbar.

Kontingentregelung und MedAT-Quoten

Wer in Österreich Medizin studieren möchte, muss den MedAT absolvieren – den zentralen Aufnahmetest für die Studienrichtungen Humanmedizin und Zahnmedizin. Da die Nachfrage nach Studienplätzen enorm ist, gibt es eine Quotenregelung, die bestimmt, wie die begrenzten Plätze verteilt werden.

Die Quotenaufteilung im Überblick

Laut der Personengruppenverordnung werden die Studienplätze für Human- und Zahnmedizin in Österreich in drei Kontingente aufgeteilt:

  1. Österreichische Bewerber:innen (75 % der Plätze)
    • Diese Quote gilt für Personen, die ihre Hochschulreife (Matura oder ein gleichwertiges Zeugnis) in Österreich erworben haben.
  2. EU-Bürger:innen (bis zu 20 % der Plätze)
    • Hierunter fallen alle Bewerber:innen mit einem Maturazeugnis oder einem vergleichbaren Abschluss aus einem anderen EU-Mitgliedstaat.
  3. Nicht-EU-Bürger:innen (bis zu 5 % der Plätze)
    • Personen mit einem Reifezeugnis außerhalb der EU fallen in diese Kategorie und haben den härtesten Wettbewerb um die wenigen verfügbaren Studienplätze.

Diese Quotenregelung dient dazu, die medizinische Versorgung in Österreich langfristig sicherzustellen, indem vorrangig Personen einen Studienplatz erhalten, die später mit hoher Wahrscheinlichkeit im österreichischen Gesundheitssystem arbeiten werden.

Immer wieder wird in der medialen Berichterstattung aufgegriffen, es stünde im Raum, die Quoten des AT-Kontingentes noch weiter zu erhöhen.

Die derzeitige Regelung sei laut MedUni Wien, wie auf Nachfrage von der „Presse“ beantwortet wurde, „ausreichend, um eine entsprechende Anzahl an Absolvent:innen für die medizinische Versorgung in Österreich sicherzustellen“. Es gehe nicht um die Zahl der Absolvent:innen, sondern darum, ihre Abwanderung zu verhindern. Dazu würden vor allem die Wartezeiten in der postgradualen Ausbildung sowie die Einengung von Ausbildungsschlüsseln in der Facharztausbildung führen. Zumindest eine Wiedereinführung der Quote im Bereich der Zahnmedizin wünscht man sich aber auch an der MedUni Wien.

Fazit: Was bedeutet das für Bewerber:innen?

  • Österreichische Bewerber:innen haben die höchste Chance, da mindestens 75 % der Plätze für sie reserviert sind.
  • EU-Bürger:innen haben einen härteren Wettbewerb, da nur bis zu 20 % der Plätze für sie zur Verfügung stehen.
  • Nicht-EU-Bewerber:innen haben die geringsten Chancen, da nur bis zu 5 % der Studienplätze auf sie entfallen.

Die Quotenregelung macht deutlich, dass nicht nur die MedAT-Leistung, sondern auch die Herkunft des Reifezeugnisses einen Einfluss auf die Zulassungschancen hat.

Neu seit 2022

Gewidmete Studienplätze für das Medizinstudium

Neben den regulären Medizinstudienplätzen gibt es in Österreich auch gewidmete Studienplätze im Bereich der Human- und Zahnmedizin. Diese speziellen Plätze sind für bestimmte Gruppen von Studierenden reserviert, um den Bedarf an medizinischem Personal in bestimmten Regionen oder Fachbereichen zu decken.

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von den 1.950 Studienplätze 2026/27 werden Plätze für teilnehmende öffentliche Institutionen zur Verfügung gestellt.

Was sind gewidmete Studienplätze?

Gewidmete Studienplätze werden durch spezielle Vereinbarungen zwischen den Universitäten und den Bundesländern oder anderen Institutionen geschaffen. Studierende, die einen solchen Platz erhalten, verpflichten sich in der Regel dazu, nach ihrem Studium für eine bestimmte Zeit in einer bestimmten Fachrichtung in der jeweiligen Region oder Einrichtung zu arbeiten.

Ziel dieser Maßnahme

Das System der gewidmeten Studienplätze soll dazu beitragen, den Mangel an Ärzt:innen in bestimmten Regionen – insbesondere in ländlichen Gebieten – zu verringern. Gleichzeitig erhalten Studierende durch diese Regelung eine garantierte Perspektive für ihre berufliche Zukunft.

Bewerbung & Voraussetzungen

Die Bewerbung für einen gewidmeten Studienplatz erfolgt über den regulären Medizin-Aufnahmetest. Allerdings gibt es je nach Universität und Bundesland zusätzliche Anforderungen oder Verpflichtungen, die von den Bewerber:innen erfüllt werden müssen.

Fazit: Medizinstudienplätze (MedAT-Plätze) in Österreich

Die Medizinstudienplätze in Österreich wurden in den letzten Jahren stetig aufgestockt, um dem wachsenden Bedarf an Ärzt:innen gerecht zu werden. Für 2026 stehen insgesamt 1.950 Studienplätze zur Verfügung und bis 2028 ist ein weiterer Ausbau auf 2.000 Studienplätze geplant.

Neben den regulären Plätzen gibt es seit 2022 auch gewidmete Studienplätze für Aufgaben im öffentlichen Interesse. Diese richten sich an Studierende, die sich verpflichten, nach dem Studium in bestimmten Regionen oder Einrichtungen tätig zu sein. Sie bieten finanzielle Unterstützung und Sicherheit, sind jedoch mit vertraglichen Bindungen verbunden.

Damit eröffnen sich für angehende Mediziner:innen in Österreich vielfältige Chancen und Wege – mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Anforderungen je nach persönlichen Zielen und Berufswünschen.

FAQ: Medizinstudienplätze (MedAT-Plätze) in Österreich

Im Jahr 2026 stehen insgesamt 1.950 Studienplätze für Humanmedizin (1.806) und Zahnmedizin (144) an den öffentlichen medizinischen Universitäten zur Verfügung. Diese Anzahl soll bis 2028 auf 2.000 Studienplätze steigen.

Ja, laut Prognosen soll die Anzahl der Studienplätze bis 2028 weiter steigen, um den steigenden Bedarf an Ärzt:innen zu decken.

Die Vergabe der Studienplätze erfolgt anhand der MedAT-Ergebnisse. Die Bewerber:innen werden nach erzielter Punktzahl beim medizinischen Aufnahmetest gereiht, wobei die besten innerhalb ihrer Quote einen Studienplatz erhalten.

Ja, diese sieht die Aufteilung der Plätze folgendermaßen vor: Mindestens 75 % der Plätze
gehen an das AT-Kontingent, bis zu 20 % der Plätze an EU-Bürger:innen und
Nicht-EU-Bürger:innen haben die Chance auf bis zu 5 % der Plätze. Die Quotenregelung gilt außerdem nur für den MedAT-H und nicht für den MedAT-Z.

Die Quotenregelung soll sicherstellen, dass genügend Ärzt:innen für das österreichische Gesundheitssystem ausgebildet werden.

Da 75 % der Plätze für AT-Bewerber:innen reserviert sind, haben diese statistisch die besten Karten.

Das sind Sonderkontingente für bestimmte Gruppen (z. B. Bundesheer, strukturschwache Regionen). Sie bieten eine zusätzliche Chance auf einen Studienplatz, erfordern jedoch eine gesonderte Bewerbung.

Die Bewerbung erfolgt über den regulären MedAT-Aufnahmetest. Zusätzlich gibt es spezifische Anforderungen je nach Bundesland oder Universität.

Mehr Details zur Vergabe von Studienplätzen, den Quoten und gewidmeten Studienplätzen findest du auch hier.

Quelle: Studienplatzvergabe, Österreicher-Anteil im Medizinstudium darf erhöht werden